Klimatisierung, -bedingungen, Normklima

Der Begriff Klima beschreibt die Umweltbedingungen über einen langen Zeitraum. Ein kalter Winter hat vielleicht Einfluss auf die Klimastatistik, bedeutet jedoch nicht, dass von einem „kalten Klima“ gesprochen werden kann, sondern nur von „kaltem Wetter“. Die Daten für die Beschreibung des Klimas umfassen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Regenmengen und noch viele andere Bedingungen.

Für die grafische Industrie sind die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Viele Bedruckstoffe sind Faserwerkstoffe, die aus Holz bzw. Zellstoff hergestellt werden. Diese Werkstoffe sind hygroskopisch, d. h. sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf bzw. geben Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab, bis eine sogenannte Gleichgewichtsfeuchte vorliegt, es also keine Differenz zwischen Werkstoff und umgebender Luft gibt. Faserwerkstoffe reagieren auf generelle Änderungen des Umgebungsklimas in Form von Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen mit Dehnung, Wölbung oder Verwerfungen.

Normklima

Als Norm- oder Normalklima werden die Bedingungen bezeichnet, bei denen die Prüfung von Zellstoff, Papier und Karton erfolgen soll. Sie sind ausführlich in der ISO 187:1990 „Papier, Pappe und Zellstoff; Normalklima für die Vorbehandlung und Prüfung und Verfahren zur Überwachung des Klimas und der Probenvorbehandlung“ beschrieben:

„Das Normalklima für die Prüfung von Zellstoff, Papier und Karton hat eine Temperatur von (23±1) °C und eine relative Luftfeuchte von (50±2) %.“ Diese Bedingungen gelten international, also auch z. B. für tropische Gebiete.

Für die Verarbeitung von Faserwerkstoffen sollen die Bedingungen eine Temperatur von 20-25°C und eine relative Luftfeuchte zwischen 45-60% umfassen. Höhere Temperaturen sind tolerabel, eine größere Abweichung der relativen Luftfeuchtigkeit (besonders eine Unterschreitung) führt zu Verformungen des Werkstoffs (siehe Bild) und damit zu Be- und Verarbeitungsproblemen.

Außerdem führen zu hohe Temperaturen in Druckmaschinen zu einem veränderten Fließverhalten der Druckfarbe, was zu wesentlichen Farbschwankungen führen kann. Hinzu kommt eine stärkere Verdunstung des Feuchtmittels im Offsetdruck und damit einhergehende Schwankungen der Farbgebung.