CIE-Farbraum (L*a*b*-Werte)

Die Farbwahrnehmung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Wenn unterschiedliche Menschen einen Farbton beschreiben, kommt es zu sehr verschiedenen Ergebnissen. Das stellt die Industrien, bei denen ein Endprodukt mit einer Farbe versehen wird, vor große Aufgaben. Es wird erwartet, dass der erzeugte Farbton derjenige ist, den der Auftraggeber erwartet. Es ist also eine Möglichkeit zu schaffen, diesen sehr individuellen Eindruck von Farbe in ein nummerisches System zu bringen, sodass die Ergebnisse vergleichbar sind. Erste Versuche dazu wurden bereits in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts unternommen. Federführend seitdem ist die CIE (Commission Internationale de l’Eclairage, Internationale Beleuchtungskommission), die einen Farbraum entwickelte, der im Allgemeinen in der Druckindustrie zur Anwendung kommt.

1976 wurde das L*a*b*-Farbmodell entwickelt und in die Praxis eingeführt. Er besteht aus den drei Achsen L* (Helligkeit), a* (Rot-Grün-Achse) und b* (Blau-Gelb-Achse). Je weiter die Werte auf den Achsen a* und b* vom Nullpunkt abweichen, umso bunter wird die Farbe. Die L-Achse rangiert von +100 (Weiß) bis 0 (Schwarz). Dieser Farbraum ist wirklich dreidimensional und wird meist als Kugel dargestellt. Das hat den Vorteil, dass die Farbunterschiede auch entsprechend gleich große Abstände im Raum besitzen. Ein weiterer Pluspunkt dieses Farbraums ist die Geräteunabhängigkeit und damit die Objektivität der Farbortbestimmung.

Die Abweichungen zwischen dem Ist- und dem Sollwert der Farbe werden Farbabstände genannt und als ΔE bezeichnet.

Das Sächsische Institut für die Druckindustrie führt die Messung des Farbortes durch und ermittelt die L*a*b*-Werte für den jeweiligen Messort. Dies ist auch Bestandteil der Prozessoptimierung im Rahmen einer Workflow-Überprüfung.